Stadtzürcher Referendum

 

Auf dem Zollfreilager müssen auch zahlbare Wohnungen gebaut werden

 

Schon lange sind in Zürich nicht mehr so viele Wohnungen gebaut worden wie heute. Trotzdem gibt es Wohnungsnot. Sie trifft Familien, die wegen den Kindern eine grössere Wohnung brauchen, genauso wie Studierende, die nur über ein kleines Einkommen verfügen.

Masslose Neubaupreise
Masslos sind die Mieten in vielen Neubausiedlungen. Private Investoren, die ihre Rendite maximieren, bieten Familienwohnungen kaum noch unter 2500 Franken an. Heute sind selbst in den preiswerteren Wohnquartieren Mieten über 3000 Franken gang und gäbe.
Auf dem sieben Hektaren grossen Zollfreilager wollen die Pensionskasse der Stadt Zürich und die Winterthur-Versicherungen (AXA) tausend neue Wohnungen bauen. Das Projekt sei eine reine Kapitalanlage, sagen die Investoren. Und alle wissen, was das heisst. Wenn wir nicht die Notbremse ziehen, wird auf dem Zollfreilager eine Monokultur von tausend teuren bis sehr teuren Wohnungen entstehen.

Vor der Umzonung den Bau von zahlbaren Wohnungen vereinbaren
Mit der Zonenplanänderung geben wir das Zollfreilager für den Wohnungsbau frei. Bevor wir dies tun, muss geklärt werden, was für Wohnungen auf dem Areal gebaut werden. Neben den teuren Lofts und den renditeorientierten Appartements muss es auch Platz haben für Mieter/innen, die im oberen Preissegment nicht mithalten können.
Um das zu garantieren, braucht es einen städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt und den Grundeigentümern. In diesem kann vereinbart werden, dass ein Teil der Wohnungen von Baugenossenschaften erstellt wird. Genossenschaften sind dank dem Verzicht auf renditeorientierte Mietzinsanpassungen bis zu einem Drittel billiger als Private. Man könnte in einem städtebaulichen Vertrag aber auch vereinbaren, dass auf dem Zollfreilager zahlbarer Wohnraum für Studierende oder für ältere Menschen erstellt wird.

 

Durchmischung statt Monokultur
Die Pensionskasse der Stadt Zürich und die Winterthur-Versicherungen werden solchen Lösungen nicht im Wege stehen. Städtebauliche Monokulturen, wie wir sie aus Zürich-Nord kennen, sind kein nachhaltiger Wohnungsbau. Eine gut funktionierende soziale Durchmischung schafft lebendige Quartiere. Und diese zeichnen eine Stadt mit hoher Lebensqualität aus.
Von dieser Lebensqualität profitieren auch die Eigentümer. Sie wollen mit dem Immobilieninvestment langfristig gutes Geld verdienen. Darum wollen sie auf dem Zollfreilager auch keine Büros bauen. Deshalb ist auch die Drohung, dass dies nach einem Nein am 30. November geschehen würde, aus der Luft gegriffen.

 

Nochmals planen bitte
Es gibt in der Stadt Zürich weitere private Areale, die für den Wohnungsbau frei werden. Bei der Vorbereitung der neuen Bauordnungen für diese Areale müssen die Stadtplaner/innen künftig auf Vereinbarungen drängen, die den Bau von zahlbaren Wohnungen möglich machen. Nur wenn auch Private ihren Beitrag leisten, kann wirkungsvoll gegen die Wohnungsnot vorgegangen werden.
Das Zollfreilager ist ein Labor. Hier kann ausprobiert werden, wie auf privatem Bauland Projekte mit einer guten sozialen Durchmischung realisiert werden können. Dagegen kann niemand sein. Ein Nein zur vorliegenden Zonenplanänderung ebnet damit auch den Weg für eine bessere Stadtentwicklung.

Komitee für zahlbare Wohnungen auf dem Zollfreilager, Postfach 1005, 8026 Zürich, T: 044 242 19 45, F: 044 242 19 60  e-mail